Sachverhalt:
2025
Vom 30.03.2025 – 18.05.2025 zeigte das Stadtmuseum Brakel in Kooperation mit dem LWL Museumsamt die Ausstellung ‚Kosmos des Lebens Die Fotografin Annelise Kretschmer‘. Die Fotoausstellung war als eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes für Westfalen in ganz OWL an verschiedenen Stationen zu sehen.
Die Dortmunderin Annelise Kretschmer (1903-1987) gehört zu den bedeutenden deutschen Fotografinnen des 20. Jahrhunderts. Mit der Wanderausstellung "Kosmos des Lebens. Die Fotografin Annelise Kretschmer" wird die Arbeit dieser Künstlerin gewürdigt. 60 Ausstellungsreproduktionen aus dem Bestand des LWL-Museums für Kunst und Kultur in Münster sowie acht Vintage-Prints aus dem Bestand des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund zeichnen ihre künstlerische Entwicklung in vier Kapiteln nach.
In den künstlerischen Entwicklungen der Weimarer Republik wie der Neuen Sachlichkeit oder des Bauhauses erarbeitete sich Annelise Kretschmer mit ihrem bildnerischen Werk eine eigenständige Position. Auch nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges verfolgte sie ein eigenes ästhetisches Konzept. Ihre Aufnahmen - ob von Personen, Orten oder Gegenständen - ergründen das Wesen des Dargestellten: Mit besonderer Sensibilität fing Kretschmer Emotionen und Charakter des fotografierten Gegenüber ein.
Als eine der ersten Frauen in Deutschland, die ein Fotoatelier eröffneten, fand Annelise Kretschmer bereits in den späten 1920er Jahren international Anerkennung. Sie nahm an wichtigen Ausstellungen des noch jungen Mediums Fotografie teil, wie der "Film und Foto" in Stuttgart und konnte in Zeitschriften publizieren.
Die NS-Zeit bedeutete für Kretschmer, die einen jüdischen Vater hatte, nicht nur persönlich, sondern auch beruflich einen großen Einschnitt. Zwar konnte sie in geringem Umfang weiterarbeiten, an die frühen Erfolge aber nicht wieder anschließen. Diese Ausstellung entstand maßgeblich in Kooperation mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Das Museum hat im Dezember 2019 den Nachlass der Künstlerin, bestehend aus 2.600 Fotografien als Originalvergrößerungen und etwa 13.000 Negativen, erworben.
Als Gemeinschaftsprojekt mit dem Kreisarchiv Höxter konnte vom 23.06.2025 – 31.07.2025 die Ausstellung ‚50 Jahre Kreis Höxter‘ präsentiert werden. Die Ausstellungseröffnung fand im Beisein der Kreisdirektorin Manuela Kupsch und Bürgermeister Hermann Temme am 01.07.2025 im städtischen Ausstellungsraum Alte Waage statt.
Mit einer Wanderausstellung erinnert der Kreis Höxter an die Geschichte seiner Gründung vor 50 Jahren in seiner heutigen Form. Unter dem Titel ‚50 Jahre Kreis Höxter – Geschichte und Geschichten‘ lädt das Stadtmuseum Brakel zu einem lokalen Streifzug durch die vergangenen Jahrzehnte ein, die vom Zusammenwachsen der historischen Kreise Höxter und Warburg, vom Strukturwandel und von Erfolgsgeschichten geprägt waren. Die Ausstellung präsentiert die Kreisentwicklung von den historischen Wurzeln bis in die Gegenwart auf zehn Rollbannern mit 43 Fotos, Karten und Aktenauszügen mit kurzen Erläuterungen. Zu sehen sind auch Originalexponate in Vitrinen, darunter eine von Hand gezeichnete Skizze des Wappens für den neu gebildeten Kreis Höxter auf einem Kellnerzettel. An einer Hörstation erklingt die sonore Stimme des ehemaligen Oberkreisdirektors Paul Sellmann. Zu hören sind kurze Auszüge von Redebeiträgen zu den emotional geführten Debatten zur Kreisneugliederung aus den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Exponate als Leihgaben aus der Sammlung des Stadtmuseums Brakel bereicherten die Ausstellung.
2026
Die ursprünglich vom 25.01.2026 – 22.03.2026 geplante Wanderausstellung des LWL Museumsamtes ‚Kinderkuren in Westfalen‘ wurde leider kurzfristig durch den Anbieter abgesagt.
Im Zeitfenster vom 01.03. bis zum 06.04.2026 wird eine gemeinsame Ausstellung mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Brakel, der Bundesstiftung Aufarbeitung und weiteren Partner:innen um den ‚Weltfrauentag 2026‘ gezeigt. Das Stadtmuseum zeigt die Ausstellung ‚Frauen im geteilten Deutschland‘: >https://www.bundesstiftung-aufarbeitung.de<.
Als zweite Ausstellung in 2026 wird zum Themenjahr ‚Home, Sweet Home – Wohnen zwischen Teuto und Weser‘ der Museumsinitiative OWL eine Ergebnispräsentation aus einem Gemeinschaftsprojekt mit Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Brakel zum Thema ‚Wohnen‘ unter dem Titel ‚Fluide Räume‘ stattfinden. In einer Bildungspartnerschaft der Gesamtschule mit dem Stadtmuseums Brakel entstehen Räume zur Fragestellung, wie wir heute und künftig wohnen und leben. Die Ausstellung ist ‚im Fluss‘: Sie verändert sich im Lauf ihrer Dauer. Personen bewegen sich suchend, erkennend und handelnd im fluiden Raum. Perspektiven brechen starre Modelle auf und verbinden analoge mit digitalen Welten, Heimat mit Ferne sowie Funktion mit Spiel. Sie regen dazu an, den eigenen Blick zu schärfen.
2027
Für die bereits gebuchte Ausstellung ‚Kleine Leute in Westfalen‘ für das Jahr 2027 haben wir vom LWL Museumsamt leider eine Absage erteilt bekommen.
Als Neuzugang in die Sammlung des Stadtmuseums konnte das Erbezimmer aus dem aufgelösten Kloster Brede als gesamtes Raumensemble in das Haus des Gastes in die neue Abteilung des Stadtmuseums als Schenkung übernommen und transloziert werden. Es wird dort einerseits die Erinnerungskultur der Schwestern aufrechterhalten und zum anderen als rezeptionsgeschichtlicher Ausstellungsort eines Konvents in seiner ursprünglichen Präsentation erhalten bleiben und nun dauerhaft in die ständige Ausstellung des Stadtmuseums integriert.
Für das Erbezimmer wurde eine komplette Renovierung des Raumes sowie eine Ausweitung der technischen Ausstattung realisiert. Die ständige Ausstellung auf der Galerie mit insgesamt fünf Informationstafeln, davon drei Neue, der Videowall, der Raumgestaltung, Verschattung und den integrierten Vitrinen sowie der elektrischen Anlagen ist fertig gestellt.
Besuche
2024 konnte das Stadtmuseum Brakel insgesamt 1026 Besuche begrüßen. In 2025 besuchten mit den Sonderveranstaltungen des Heimat- u. Museumsvereins Brakel zum Projekt ‚Stolpersteine‘ insgesamt annähernd 2000 Gäste die kulturellen Angebote.
2026 gewinnt das Stadtmuseum Brakel in einer Verbundbewerbung mit dem Museum im Stern in Warburg den Förderpreis PRISMA der Kulturstiftung der Länder und nimmt über fünfzehn Monate an einer Qualifizierungsmaßnahme zur Besucherstärkung und kulturellen Teilhabe teil. Die Kosten hierfür übernimmt zu 100% die Kulturstiftung der Länder.
Anlagen:
Haushaltsrechtliche
Auswirkungen:
